Neue Regeln für Umweltschutz

Verpackung Recycling

EU-Gesetzgeber einigen sich auf neue Regeln für nachhaltige Verpackungen

Am 4. März 2024 erzielten das Europäische Parlament und der Rat eine vorläufige Einigung über überarbeitete Regeln zur Förderung nachhaltiger Verpackungen in der EU. Diese neuen Maßnahmen zielen darauf ab, die Verpackungsindustrie sicherer, umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten. In diesem ausführlichen Blogbeitrag werden wir die wichtigsten Aspekte dieser Vereinbarung beleuchten.

Warum sind nachhaltige Verpackungen wichtig?

Nachhaltige Verpackungen sind von entscheidender Bedeutung, um die Umweltauswirkungen der Verpackungsindustrie zu minimieren. Sie tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen, Abfall zu reduzieren und schädliche Chemikalien zu vermeiden. Die neuen Regeln sollen die Verpackungen in der EU sicherer und nachhaltiger machen, indem sie folgende Ziele verfolgen:

  1. Recycelbarkeit: Alle Verpackungen müssen recycelbar sein, um den Kreislauf der Materialien zu fördern. Dies bedeutet, dass sie so gestaltet sein sollten, dass sie nach Gebrauch wiederverwertet werden können. Kunststoffe, Metalle, Glas und Papier sollten in separaten Recyclingströmen erfasst werden, um ihre Wiederverwendung zu erleichtern.
  2. Reduzierung von unnötigen Verpackungen: Ziel ist es, den Verpackungsmüll zu verringern. Dazu gehören Maßnahmen wie die Begrenzung von Verpackungen für bestimmte Produkte und das Verbot von Einweg-Plastikverpackungen. Einwegverpackungen sind oft überflüssig und tragen erheblich zur Umweltverschmutzung bei. Durch die Reduzierung von Verpackungen können wir Ressourcen sparen und die Umweltbelastung minimieren.
  3. Verbot bestimmter Verpackungsformate: Ab dem 1. Januar 2030 werden Einweg-Plastikverpackungen für Obst und Gemüse, Verpackungen für Lebensmittel und Getränke in Cafés und Restaurants sowie Miniaturverpackungen für Toilettenartikel verboten. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Plastikmüll zu reduzieren und die Umwelt zu schützen.
  4. Verbot von “ewigen Chemikalien”: Schädliche Substanzen wie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) werden in Lebensmittelkontaktverpackungen verboten, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. PFAS sind persistent und können sich in der Umwelt anreichern. Durch das Verbot dieser Chemikalien in Verpackungen tragen wir dazu bei, die Belastung unserer Ökosysteme zu verringern.
  5. Förderung von Wiederverwendungs- und Nachfülloptionen: Ziel ist es, bis 2030 mindestens 10% wiederverwendbare Verpackungen für alkoholische und nicht-alkoholische Getränke anzubieten. Dies kann durch innovative Lösungen wie Pfandsysteme, Mehrwegbehälter und Nachfüllstationen erreicht werden. Wiederverwendbare Verpackungen sind eine nachhaltige Alternative zu Einwegverpackungen und tragen dazu bei, den Verpackungsmüll zu reduzieren.

Weniger Verpackung und Einschränkung bestimmter Formate

Die Vereinbarung legt konkrete Ziele für die Reduzierung von Verpackungen fest: 5% bis 2030, 10% bis 2035 und 15% bis 2040. Einweg-Plastikverpackungen für bestimmte Produkte werden verboten, um den Verpackungsmüll zu reduzieren. Auch sehr leichte Plastiktüten (unter 15 Mikronen) werden verboten, es sei denn, es besteht hygienische Notwendigkeit oder sie dienen als Primärverpackung für lose Lebensmittel. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Verpackungsmüll zu reduzieren und die Umweltbelastung zu minimieren.

Fokus auf Recycling und Kreislaufwirtschaft

Die neuen Regeln zielen darauf ab, die Sammlung und das Recycling von Verpackungen zu verbessern. Hier sind einige wichtige Aspekte:

  1. Erweiterte Sammlungssysteme: Die EU wird die Sammlung von Verpackungsabfällen ausweiten, um sicherzustellen, dass mehr Verpackungen recycelt werden können. Dies umfasst separate Sammlungssysteme für Kunststoffe, Metalle, Glas und Papier. Ziel ist es, den Anteil recycelter Materialien zu erhöhen.
  2. Verwendung von recyceltem Material: Die neuen Regeln fördern den Einsatz von recyceltem Material in Verpackungen. Hersteller werden ermutigt, recycelte Inhaltsstoffe zu verwenden, um den Bedarf an neuen Rohstoffen zu reduzieren. Dies trägt zur Schonung natürlicher Ressourcen bei.
  3. Minimierung schädlicher Substanzen: Die Präsenz von schädlichen Chemikalien in Verpackungen wird minimiert. Dies betrifft insbesondere Lebensmittelkontaktverpackungen. Durch den Verzicht auf “ewige Chemikalien” wie PFAS tragen wir dazu bei, die Umweltbelastung zu verringern.
  4. Verpflichtung für Gastronomiebetriebe: Endverteiler von Getränken und Essen zum Mitnehmen werden verpflichtet, wiederverwendbare Verpackungen anzubieten. Dies fördert die Kreislaufwirtschaft und reduziert den Verpackungsmüll.

Die Einigung über die neuen Regeln für nachhaltige Verpackungen ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Verpackungsindustrie. Sie wird dazu beitragen, Ressourcen zu schonen, Abfall zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Als Verbraucher können wir ebenfalls einen Beitrag leisten, indem wir bewusst auf nachhaltige Verpackungen achten und wiederverwendbare Optionen nutzen.

Quellen:

  1. EU-Verpackungsverordnung: Einigung über neue Regeln für nachhaltigere Verpackungen in der EU
  2. Neue EU-Verpackungsdirektive: mehr Recycling, weniger Rohstoffe
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